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Wiener Stadtbahn: Gürtellinie (U6) Die Strecke und die erhaltenen Stationen |
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Die Gürtellinie gehört zu jenen Stadtbahnlinien, die im Mai 1898 feierlich eröffnet wurden.
(Mehr über die Eröffnungszeremonie) Sie geht wie die Vorortelinie und die Donaukanallinie vom Bahnhof Heiligenstadt aus und mündet in die Wientallinie. Von Heiligenstadt wurde zudem eine über den Donaukanal führende Verbindung zum Rangierbahnhof Brigittenau angelegt. (Heute wird diese Strecke von der S 45 befahren.) Der Verbindungsbogen Gürtellinie (Nußdorfer Straße) - Donaukanallinie (Friedensbrücke) wurde 1901 gemeinsam mit der Donaukanallinie eröffnet.
Die Gürtellinie verläuft von Heiligenstadt bis Josefstädter Straße als Hochbahn. Danach senkt sich die Strecke, die nächste Haltestelle Burggasse liegt in der Tiefbahn, ebenso die Station Westbahnhof gegenüber dem Kopfgebäude des Bahnhofs. Danach verläuft die Gürtellinie teils im gedeckten, teils im offenen Einschnitt. Die nächste Haltestelle Gumpendorfer Straße liegt wieder in der Hochbahn, danach überfährt die Bahn auf einem grandiosen Brückenensemble das Wiental, setzt sich stark absteigend am rechten Wienflußufer fort und erreicht die Wientallinie. Von 1898 bis 1989 tat sie das an der Station Meidling-Hauptstraße, seither an der im Zuge des U-Bahn-Baus neu errichteten Station Längenfeldgasse, von wo aus die U6 weiter nach Siebenhirten fährt. - Dass die Gürtellinie seinerzeit überwiegend als barrierebildende Hochbahn auf gemauerten Viadukten gebaut wurde, wird in der zeitgenössischen Fachliteratur teils mit den höheren Kosten einer Tiefbahn, teils mit technischen Sachzwängen begründet. Etwa gleichzeitig mit der Gürtellinie der Stadtbahn wurde auch der Westabschnitt der Gürtelstraße fertiggestellt. Die äußere Wiener Ringstraße verläuft auf dem Areal des früheren Linienwalls und seines unverbauten Vorfelds. Wagners Stadtbahnarchitektur bestimmt bis heute das Erscheinungsbild dieser wichtigen Verkehrsader. Die von den Sonnengeländern gesäumte Stadtbahntrasse, die Bögen mit ihren abwechslungsreichen Fassaden und die Stationsgebäude geben dem Westabschnitt des Gürtels eine architektonische Kompaktheit, die seinem Gegenstück, dem Südgürtel, fehlt. |
| Die über hundert Jahre alten Stadtbahnbögen waren lange Zeit vernachlässigt worden. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wurden sie anlässlich der Gürtelsanierung wiederentdeckt und wiederbelebt. Wer sich heute am Westgürtel bewegt, kann sich von dem urbanen Nutzungspotential der Bögen überzeugen. Mehr über die Stadtbahnbögen und ihre Wiederentdeckung! | ![]() |
| Von Wagners Stationsgebäuden sind erhalten: Nußdorfer Straße, Währinger Straße, Alser Straße, Josefstädter Straße, Burggasse und Gumpendorfer Straße. Mit Ausnahme der Burggasse handelt es sich dabei um Hochbahnstationen. (Näheres zum Typ Hochbahnstation) Vom Bahnhof Heiligenstadt sind der Personentunnel und größtenteils die Bahnsteige erhalten, dem veränderten Aufnahmegebäude wurde in den 1970er Jahren eine neue Schalterhalle vorgebaut. Im Rahmen ihrer Bahnhofsoffensive haben die ÖBB auch die historische Substanz dieses wichtigen Umsteigbahnhofes zwischen Regionalzügen, Schnellbahnen und der U4 generalsaniert. (fertiggestellt 2008) Die Stationen Westbahnhof und Michelbeuern wurden neu anstelle der alten errichtet. Hinzugekommen sind die Stationen Thaliastraße und Spittelau. Die Station Spittelau ist die erste auf der Erweiterungsstrecke der U6 nach Floridsdorf. Sie verknüpft Schnellbahn (S 40), Franz-Josefs-Bahn und U-Bahn. Als Verbindungsglied der Gürtellinie (U6) und der Donaukanallinie (U4) übernimmt sie die Funktion des alten Stadtbahn-Verbindungsbogen Nußdorfer Straße - Friedensbrücke. Nächstes Kapitel: Hochbahnstationen in freier Renaissance Zurück zur Kapitelauswahl "Otto Wagners Gesamtkunstwerk Wiener Stadtbahn" |
| Text und Design: Christa Veigl |